In der letzten Stunde vor den Abiturklausuren haben alle Mädchen in der Klasse ein Buch von unserem Physiklehrer geschenkt bekommen. Ich wusste zunächst nich, ob ich mich freuen sollte, da ich die Frau, um die es geht, gar nicht kannte. Doch innerhalb der ersten Tage nach den Klausuren las ich das Buch und dann wusste ich, wie wichtig diese Frau war und welche Möglichkeiten sie uns bis heute eröffnet hat. Das Buch hat mich gelehrt, dass Frauen in der Wissenschaft einen Platz haben. Mein Entschluss Physik zu studieren stand zwar schon lange bevor ich das Buch gelesen habe fest, dennoch machte es mir der Bedeutung der Möglichkeit auf ein Studium bewusst.

Lise Meitner, die zweite Frau, die an einer österreichischen Universität Physik studiert und sich der Kernphysik gewidment hat, konnte in ihrem beruflichen Leben viele Erkenntnisse erzielen, die in der heutigen Wissenschaft noch von größter Bedeutung sind. Sie wurde von bedeutenden Physikern wie Boltzmann unterrichtet oder arbeitete mit Otto Frisch zusammen. Sie hat sich unabhängig von ihrem Geschlecht ihrer Leidenschaft, der Wissenschaft gewidment. Im Vergleich zur heutigen Zeit war ihr beruflicher Lebensweg umso schwieriger, da sie sich erst über Umwege an der Universität einschreiben konnte.

Heute immatrikulieren sich alle Leute, egal ob Mädchen oder Junge, ohne darüber nachzudenken. Daher ist diese Selbstverständlichkeit umso wichtiger anzuerkennen, denn erst durch Größen wie Lise Meitner ist diese Möglichkeit für alle Leute entstanden und prägt uns bis in die Gegenwart. Denn nicht das Geschlecht sondern das Können ist entscheidend für einen Beruf.

Marina
Autor: MarinaWebsite: http://rdpci.rub.de
Science Manager
arbeitet als Science Managerin für das Research Department Plasmas with Complex Interactions, interessiert sich für Physik und Technik sowie Organisation von Veranstaltungen. Physik hat sie angefangen zu studieren, da sie die Schülerinnenprojektwoche begeistert hat.
Meine letzten Posts

Kathi unterstützt unser Team seit Anfang des Jahres und beschäftigt sich neben ihrem Studium mit Schülerprojekten im SFB-TR 87. Wir haben sie interviewt, um sie ein bisschen besser kennenzulernen.

 

Wie alt warst du, als du gemerkt hast, dass du dich für Naturwissenschaften interessierst?

Mmh, Mathe fand ich schon in der Grundschule spannend, das Interesse an Technik kam so mit 14.

 

    Wie bist du zur Plasmatechnik gekommen?

    Über die Veranstaltungen, die der Lehrstuhl im Bachelor gibt, besonders "Elektrische und magnetische Felder" und "Elektrophysik".

 

Warum studierst du Elektrotechnik und was gefällt dir am besten?

Ich glaube, Elektrotechnik ist mit das abstrakteste Studienfach, in dem am meisten Mathe vorkommt. Ich finde die Themen spannend und am besten gefällt mir die theoretische E-Technik bzw. Plasmatechnik.

 

Einfach nur aus Interesse - macht eins deiner Elternteile etwas im technischen Bereich?

Ja, mein Vater hat auch Elektrotechnik studiert, ist jetzt aber Unternehmensberater. Meine Mutter ist Hebamme, macht als etwas komplett anderes.

 

Was machst du am liebsten, wenn du nicht studierst?

Ich mag schwimmen und tanzen, und Ski fahren. Zum Ausgleich koche ich gerne.

 

Hattest du schon mal Schwierigkeiten damit, dich gegen Männer durchzusetzen?

(lacht) Nein, das konnte ich schon immer!

 

Was gefällt dir am SFB besonders?

Dass durch das Öffentlichkeitsprojekt der Schwerpunkt Plasma mehr Bekanntheit bekommt. Ich kenne soar Studenten, die Plasma nicht kennen. Das muss anders werden!

 

Machst du gerne Schülerprojekte?

Ja, sehr gerne! Ich finde es toll, Schüler zu begeistern und ihnen neue Möglichkeiten für ihren Bildungsweg zu eröffnen. Besonders, wenn es darum geht, was nach dem Abi kommt, sind die meisten unsicher und ich finde es wichtig, ihre Fragen zu beantworten und Unsicherheiten zu besprechen.

 

Vielen Dank!

Gern geschehen!

 

Also, wenn ihr Fragen zum Elektrotechnikstudium habt, wendet euch an Kathi! 

Nadine
Autor: NadineWebsite: http://www.tet.ruhr-uni-bochum.de
Ö-Team SFB-TR87
Mitarbeiterin im SFB-TR87 Ö Team. Promoviert zum Thema Gender und ist von Ingenieuren umgeben.
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Ich möchte an dieser Stelle gerne berichten wie ich zu meiner Masterarbeit gekommen bin und was ich so gemacht habe. Bevor ich zu studieren angefangen habe, konnte ich mir immer nicht vorstellen, was mich in der Wissenschaft so erwartet.

Im Dezember 2016 habe ich meinen Master am Lehrstuhl für Experimentalphysik 2 beendet. Dort habe ich auch schon meine Bachelorarbeit geschrieben und wollte gerne in demselben Bereich weiterarbeiten. In meiner Masterarbeit habe ich die Teilchendynamik in einem Plasma untersucht, das mittels Hochenergie-Impuls-Magnetron-Sputtering erzeugt wird. Mit diesem Verfahren werden die Ionen in dem Plasma durch eine angelegte Spannung auf ein metallisches Werkstück beschleunigt, aus welchem einzelne Atome durch die auftreffenden Ionen herausgeschlagen („gesputtert“) werden. Diese Atome können in dem Plasma unter anderem ionisiert werden. So entsteht ein sogenanntes metallisches Plasma. Die gesputterten Teilchen lagern sich auf der gegenüberliegenden Seite des metallischen Werkstücks an und bilden eine dünne Schicht. Eben diese Schichten sind für die Industrie interessant und die Schichteigenschaften hängen stark von den Teilchen, die im Plasma erzeugt wurden, ab. Zum Beispiel hat die Energie der Teilchen eine starke Auswirkung auf die Oberflächenstruktur der Schicht und beeinflusst wie porös oder kompakt die Schicht wird.

Um die Dynamik der Teilchen in dem Plasma zu untersuchen, habe ich verschiedene Diagnostiken verwendet. Mit einer ICCD-Kamera (engl. „intensified charge-coupled device“) habe ich die Plasmaentladung zu verschiedenen Zeitpunkten im Plasmapuls analysiert. Die Helligkeit der Entladung lässt Rückschlüsse auf die Anregung einzelner Teilchen im Plasma schließen. Dadurch kann man herausfinden, wo besonders viele Atome ionisiert werden oder wie die Ionen sich im Plasma bewegen. Außerdem kann man mittels spezieller optischer Filter bestimmte Wellenlängen des emittierten Lichts untersuchen. Verschieden Teilchen strahlen Licht mit unterschiedlichen Wellenlängen ab, weshalb man zum Beispiel für die Untersuchung der Emission von Argon Ionen einen anderen Filter verwendet als für Stickstoff Ionen. In der Literatur sind die meisten Wellenlängenangaben für die einzelnen Elemente und Übergänge vorhanden. Somit habe ich mir die passenden Filter für die Spezies herausgesucht, die ich untersuchen wollte und von denen ich sicher war, dass diese in meiner Plasmaentladung vorhanden sind. Die Filter wurden vor der Kamera montiert und dadurch hat man nur das Licht aufgenommen, welches von der, zu dem Filter gehörigen Spezies emittiert wurde. Dadurch bekommt man einen Eindruck, wie sich die verschiedenen Spezies während der Plasmaentladung verhalten.

Mit Hilfe eines Massenspektrometers (ein elektrischer Massenfilter, mit dem das „Gewicht“ der Teilchen bestimmt wird) habe ich die Teilchen untersucht, die zur Schichtbildung beitragen. Dazu wurde das Massenspektrometer an die Position montiert, an der normalerweise ein Substrat befestigt ist, auf dem eine dünne Schicht abgeschieden wird. Das Massenspektrometer detektiert Teilchen einer bestimmten Masse und Energie, woraus man schließen kann, welchem Element die jeweiligen Teilchen angehören. In dem Plasma befinden sich zum Beispiel metallische Ionen und Gasionen, die jeweils eine unterschiedliche Masse besitzen und welche man mit dieser Diagnostik unterscheidet. Mittels eines Energiescans lässt sich auch bestimmen, mit welchen Energien wie viele Teilchen einer bestimmten Masse aus dem Plasma auf das Massenspektrometer treffen. Diese Energieverteilung kann man somit auch für die Entstehung der dünnen Schicht berücksichtigen.

Zum Ende meiner Arbeit wurde das Massenspektrometer durch einen rotierenden Shutter und ein dahinterliegendes Substrat ersetzt. Dieser rotierende Shutter besteht aus einer sehr dünnen Metallplatte, in die Schlitze in µm-Breite hineingelasert wurden. Die Bewegung des Shutters ist mit den Pulsen des Plasmas synchronisiert, sodass ein Schlitz immer zur selben Zeit des Plasmapulses, dieselbe Position über dem Substrat einnimmt. Somit erhält man eine dünne Schicht auf dem Substrat wobei die verschiedenen Positionen auf dem Substrat, verschiedenen Zeitpunkten im Plasmapuls entsprechen.

Nun konnte ich mit einem Profilometer die Dicke der Schicht messen. Das Profilometer besteht aus einer kleinen Nadel, die über die Schicht fährt und somit die Dicke dieser Schicht ermitteln kann. Wenn man diese Messung an jeder Position der Schicht durchführt, erhält man die Schichtdicken zu jedem Zeitpunkt des Plasmapulses und kann somit abschätzen zu welcher Zeit wie viele Teilchen auf das Substrat treffen. Wenn man diese Messung mit den Kamera- und Massenspektrometermessungen vergleicht, kann man wie ein Puzzle zusammensetzen, wie viele Teilchen einer Teilchenart, zu welcher Zeit, mit welcher Energie auf das Substrat trifft. Wenn man all diese Parameter bestimmen kann, lässt sich ungefähr vorhersagen, wie die Eigenschaften der abgeschiedenen Schicht sein wird.

Alles in allem habe ich neben einiger interessanter Wissenschaft vor allem gelernt verschiedene technische Geräte zu verstehen, diese zu bedienen und dann auch Ergebnisse zu interpretieren und miteinander zu verknüpfen.

 

Kati
Autor: KatiWebsite: http://www.ep2.rub.de
Doktorandin
hat sich mit gepulsten Hochleistungsplasmen beschäftigt. Arbeitet nun seit März 2017 mit Plasmen in Flüssigkeiten.

Wissenschafltiches/technisches Interesse mal ausprobieren

Wenn man als SchülerIn Interesse an wisenschaftlichen, technischen Themen hat, aber noch nicht weiß, ob es das richtige für einen ist, dann ist ein Praktikum an der Uni das Richtige. Hierfür gibt es verschiedene Anlaufstellen. Zum einen kann man sich bei den Fakultäten selbst melden (Kontakt Schülerpraktikum Elektrotechnik, RUBSchülerpraktikum an der RUB, PhysikSchülerpraktikum an der RWTH Aachen) oder beim SFB-TR 87 (SFB-TR 87), der ebenfalls Schülerworkshops und -prakika organisiert.

 

Marina
Autor: MarinaWebsite: http://rdpci.rub.de
Science Manager
arbeitet als Science Managerin für das Research Department Plasmas with Complex Interactions, interessiert sich für Physik und Technik sowie Organisation von Veranstaltungen. Physik hat sie angefangen zu studieren, da sie die Schülerinnenprojektwoche begeistert hat.
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Kathi unterstützt unser Team seit Anfang des Jahres und beschäftigt sich neben ihrem Studium mit Schülerprojekten im SFB-TR 87. Wir haben sie interviewt, um sie ein bisschen besser kennenzulernen.

 

Wie alt warst du, als du gemerkt hast, dass du dich für Naturwissenschaften interessierst?

Mmh, Mathe fand ich schon in der Grundschule spannend, das Interesse an Technik kam so mit 14.

 

    Wie bist du zur Plasmatechnik gekommen?

    Über die Veranstaltungen, die der Lehrstuhl im Bachelor gibt, besonders "Elektrische und magnetische Felder" und "Elektrophysik".

 

Warum studierst du Elektrotechnik und was gefällt dir am besten?

Ich glaube, Elektrotechnik ist mit das abstrakteste Studienfach, in dem am meisten Mathe vorkommt. Ich finde die Themen spannend und am besten gefällt mir die theoretische E-Technik bzw. Plasmatechnik.

 

Einfach nur aus Interesse - macht eins deiner Elternteile etwas im technischen Bereich?

Ja, mein Vater hat auch Elektrotechnik studiert, ist jetzt aber Unternehmensberater. Meine Mutter ist Hebamme, macht als etwas komplett anderes.

 

Was machst du am liebsten, wenn du nicht studierst?

Ich mag schwimmen und tanzen, und Ski fahren. Zum Ausgleich koche ich gerne.

 

Hattest du schon mal Schwierigkeiten damit, dich gegen Männer durchzusetzen?

(lacht) Nein, das konnte ich schon immer!

 

Was gefällt dir am SFB besonders?

Dass durch das Öffentlichkeitsprojekt der Schwerpunkt Plasma mehr Bekanntheit bekommt. Ich kenne soar Studenten, die Plasma nicht kennen. Das muss anders werden!

 

Machst du gerne Schülerprojekte?

Ja, sehr gerne! Ich finde es toll, Schüler zu begeistern und ihnen neue Möglichkeiten für ihren Bildungsweg zu eröffnen. Besonders, wenn es darum geht, was nach dem Abi kommt, sind die meisten unsicher und ich finde es wichtig, ihre Fragen zu beantworten und Unsicherheiten zu besprechen.

 

Vielen Dank!

Gern geschehen!

 

Also, wenn ihr Fragen zum Elektrotechnikstudium habt, wendet euch an Kathi oder nutzt die Kommentarfunktion! 

Nadine
Autor: NadineWebsite: http://www.tet.ruhr-uni-bochum.de
Ö-Team SFB-TR87
Mitarbeiterin im SFB-TR87 Ö Team. Promoviert zum Thema Gender und ist von Ingenieuren umgeben.
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Termine im Überblick

Schülerinnenprojektwoche 2018
Herbstferien 15.10.-19.10.2018
Ruhr-Universität Bochum
Schülerlabor NB 03
Link zur Veranstaltung

WissensNacht Ruhr
28.09.2018
Blue Square
Kortumstr. 90
44787 Bochum
Beitrag: Plasma hautnah
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